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XVI. Fakten versus lokalpolitische Interessen

Eine „MR“ als Ergebnis der frz. Besetzung 1792/93 wurde und wird aus machtpolitischen und ideologischen Gründen behauptet, existierte aber nie. Von Anfang an handelte es sich um ein Propagandakonstrukt zur Kaschierung der zwangsweisen Einverleibung des besetzten Gebietes nach Frankreich entsprechend der Pariser Dekrete von Mitte 12/92. Es fehlte an allen tatsächlichen , politischen und rechtlichen Voraussetzungen hierfür, insbesondere am Willen des Volkes.

Die Kompetenz der lokalen PdMR-Initiatoren ist zu hinterfragen. Offensichtlicher Despotismus, Unterdrückung werden zu demokratischen Abläufen stilisiert. Nur mit einer gehörigen Portion Faktenresistenz gelingt es, klare diktatorische Verhältnisse und Gewalt gegen die Bevölkerung sowie Massenvertreibungen als selbstbestimmt anzusehen.

Aktuellen Flüchtlings- und Vertreibungselends wird gedacht, die vielen Tausend enteigneten und vertriebenen Mainzer Bürger von 1793 aber weiter aus dem Gedenken getilgt. Mit Stilisierung der skrupellosen Kollaborateure und Einrichtung eines „Platzes der Mainzer Republik“ (PdMR) an allen Fakten und moralischen Kategorien vorbei werden die Opfer verhöhnt. Offensichtlich wird darauf vertraut, dass sich das Publikum nicht mit der einschlägigen Faktenfülle auseinandersetzt. Letztlich spielt es auch keine Rolle, ob 2000 oder 6000 Menschen unter den bekannten Umständen deportiert wurden. Die zynische Effizienz von Enteignung und Vertreibung in wenigen Monaten hat spätere Diktaturen weit in den Schatten gestellt. Die Nationalsozialisten haben es in der 1. Vertreibungsphase ihrer Herrschaft von 1933 - 1938 gerade einmal geschafft, 650 Mainzer Juden zur Auswanderung zu „überreden“ – unter Mitnahme ihres persönlichen Vermögens (s. „Auswanderung – regionalgeschichte .net“)

Mainzer Stolz sollte nicht einer als Demokratie behaupteten, tatsächlich üblen Diktatur, sondern den Bürgern der Stadt gelten, die mit Zivilcourage, Widerstandskraft und Überzeugungstreue massiven Zwängen widerstanden.

Die oben zitierten wissenschaftlichen Ergebnisse (S. 12) v. Watzlawick erklären mühelos, warum es nicht gelingt, liebgewordenen Auffassungen den Fakten anzupassen.

Wie resistent Personen gegen Fakten sein, ihre Überzeugung wider die Lebenswirklichkeit bewahren können, hat sich bei Margot Honecker gezeigt. Bis zuletzt hielt sie die DDR für die beste aller deutschen Welten. Mit zunehmendem Alter steigt die Abneigung gegen neue Einsichten. Damit einher geht die Furcht, womöglich einer Lebenslüge aufgesessen zu sein. Watzlawick ist mit M. Honecker in der Realität eindrucksvoll und beispielhaft bestätigt.

Alle zugänglichen Fakten sind ermittelt, nachgewiesen und offensichtlich. Die sprechen für sich: „Die Wahrheit siegt durch sich selbst, eine Lüge braucht Komplizen (Epiktet)“

Revolution oder revolutionäre Zustände gab es nicht. Wird die Bevölkerung nicht aus freien Stücken revolutionär, handelt es sich um Despotie und Diktatur. Eine aus dem Volk gewachsene revolutionäre Stimmung war noch nicht einmal ansatzweise bemerkbar, die Menschen beharrten auf dem überkommenen Status. Die Bevölkerungsmajorität hatte unter der Besatzung nie eine konkrete Chance, nach eigenen Vorstellungen frei und unbeeinflusst zu entscheiden. Die Quellen beweisen klare und einhellige Ablehnung der französischen Ziele, gleichzeitig Betrug, Ausplünderung und rigorose Fremdbestimmung durch die Besatzer und deren willige Vollstrecker. Diktatorische Gewaltherrschaft bis in die Privatsphäre. Enteignung und vieltausendfache Deportationen. In allen Bereichen Kommandowirtschaft. Allein die französischen Ziele zählten. Der Wille der Bevölkerung war bedeutungslos.

Die Menschen ließ sich aber wider alle Zwangsmaßnahmen weder Überzeugung noch Gewissen nehmen. Die so oft beschworene Zivilcourage hat hier ihre Helden!

Die Abbildung der Wirklichkeit bedarf sehr viel mehr als nur eines Blickes mit der Weltanschauungsbrille auf „passende“ Umstände. Solche „Beweisführung“ ist durchaus nicht singulär, möglicherweise gar lokale Gepflogenheit. (s. www.„Kathinka Zitz- Wunsch und Wirklichkeit“.de)

Die detaillierten, zynischen Beschlüsse des „Konvents“ (s. Zusammenfassung…) zu den rücksichtslos und mit Waffengewalt betriebenen Enteignungen und tausendfachen Massenvertreibungen ab Ende März 1793 und weiterer Verbrechen werden von der heutigen Rezeption schlicht unterschlagen. Und wenn noch so viel proklamiert, geredet und beschworen wird: So lange dem Willen des Volkes nicht entsprochen wird, gibt es keine Demokraten und keine Demokratie, auch keine „Versuche“(???) oder „erste demokratische Abläufe“. Letztere sind Vernebelungen an der Wirklichkeit vorbei. Die Machthaber hätten das Volk in eigener Sache leicht selbst bestimmen lassen können. Das mußte wegen des zu erwartenden Ergebnisses unbedingt vermieden werden. Zaghafte Versuche insbesondere der Zünfte wurden sogleich abgewürgt. Nicht Postulate und Schlagworte, sondern Handeln und dahinter stehende Absichten sind maßgebend: Ausbeutung, Terror und Zwang mit dem Ziel der Inkorporation. Aber allein der Wille der Bevölkerungsmehrheit zählt..!

Wer Demokratie im Mund führt hat die auch zu leben – damals wie heute. Funktionsträger, die schiere Unterdrückung und Despotie mit demokratischen Anfängen verwechseln (wollen), schaden dem Land, der Gesellschaft und den Menschen, müssen sich in Frage stellen lassen. Die wiederkehrende Behauptung demokratischer Anfänge oder gar Abläufe hat mit Fakten nichts zu tun.

Aus sicherem Sessel geborene revolutionäre Phantasien („Radikaldemokraten??“) abseits. der Realität auf Kosten der Opfer sind unseriös.

Der Spott war bei den zungenflinken Mainzern sofort parat: Wenn schon „Platz der Mainzer Republik“ statt Deutschhausplatz, dann bitte auch konsequent das Gebäude des Landtags („Deutschhaus“) als „Palast der Republik“, ebenfalls nach dem DDR-Vorbild.